Der Traum geht weiter – Urlaub am Karwendelgebirge

Durch einen Bericht bin ich vor einem Jahr auf das wunderschöne Karwendelgebirge aufmerksam geworden. Unser Kurzurlaub letztes Jahr im November hat mir gezeigt: Ja – hier ist es schön. Und weil die Berge und die Natur rund um Mittenwald so vielfältig sind, waren wir dieses Jahr wieder da.

Die Ferienwohnung Arzgrube war auch dieses Mal wieder unser Zuhause. Wir kennen den Vermieter, die Wohnung und bei so einem tollen Blick aus dem Wohnzimmer … kann man nur dort wohnen wollen,

Da wir unsere Freundin S. mit Emma dabei hatten, wurde aus der Couch ganz unproblematisch ein Bett.

Hier kannst Du nochmal alle Details zur Wohnung nachlesen und hier ist der wunderschöne Blick auf die westliche Karwendelspitze, der sich uns jeden Morgen bot:


Reisebericht Karwendel

Tag 1 – Anreise

Um dem Stau zu entgehen und den ersten Tag auch voll auszukosten, sind wir früh um 4 Uhr gestartet. Unser Navi schickte uns für die knapp 500km dieses Mal über München und wir konnten, pünktlich zum Frühstück einen ersten Stop am Starnberger See einlegen.

Der Uhrzeit und den vielen Kilometern geschuldet, sahen hier alle noch ein bisschen ‘daneben’ aus.

Eine Runde um den See haben wir zeitlich nicht geschafft *lach* der ist ja doch viel größer als ich immer gedacht habe und muss unbedingt ein weiteres Mal besucht werden.

Wir vertraten uns also alle die Beine, genossen das Wetter und das kristallklare Wasser, bevor es die letzten 100km nach Mittenwald ging.

Da die Ferienwohnung just an diesem Tag frei wurde, konnten wir erst ab 14 Uhr hin und entschlossen, eine ausgiebige Runde mit den Hunden zu gehen.

Der Parkplatz in Krün, direkt an der Isar lag ideal und war zudem noch kostenfrei. Auf einem Wanderportal hatte ich eine kurze & einfache Route zu einer Hütte gefunden und wir machten uns auf den Weg …

Diese Bilder bedarfen wohl keiner Worte …

Die Strecke war mit 4km angegeben …. irgendwie fand der Weg aber kein Ende und eine Hütte fanden wir auch nicht ;(

Ein Blick auf das Smartphone (Google Maps, mein steter Retter) zeigte uns, dass es weiter und weiter gehen würde – keine Abzweigung, keine Runde. Zurück gehen war keine Option und so folgten wir einem Trampelpfad in Richtung Wasser etwas bergab.

Bonnie war die Mutigste von allen und war nicht nur bis zum Bauch in der eiskalten Isar, sie war auch Vorbild für uns. Während wir über die kleine Holzstammbrücke noch trockenen Fuße laufen konnten, mussten wir am nächsten Stück die Schuhe und Socken auszuziehen und durch das knöchelhohe *eiskalte* Wasser waten.

Wir trafen tatsächlich einen anderen Mann, der sich an der idyllischen Stelle eine Plätzchen gesucht hatte. Er sei auch über Pfade hier her gekommen und wenn wir einfach “so in die Richtung gehen” kommen wir wieder zur Straße.

Die Regenwolken über dem Bergkamm kamen näher und beim nächsten Isar-Arm machten wir uns gar nicht mehr die Mühe, die Schuhe auszuziehen. Mit nassen und dementsprechend schmatzenden Schuhen erreichten wir tatsächlich die Straße – die Landstraße, der wir über den Randstreifen circa 1,5km folgen mussten um wieder eine Möglichkeit zu bekommen, wieder auf den Isar Radweg zu gelangen.

Nach insgesamt 12km und 2 1/2 Stunden erreichten wir hungrig und immer noch nassen Fußes unseren Ausgangspunkt. Immerhin, er war 13:30 Uhr und so konnten wir schließlich direkt in die Ferienwohnung fahren.

Ein schöner Start für einen Urlaub in den Bergen?

Es geht noch besser *lach*

Wir trugen eilig alle Taschen und Körbe in die Wohnung und machten uns auf zum Wocheneinkauf.
Für alle Bayern: wir hatten Samstag, den 15. August …
Für alle anderen: in Bayern war Feiertag und somit keine Rewe, Lidl, etc geöffnet.
Unser netter Vermieter Herr Rosenberger gab mir den Tipp, dass es kurz nach der österreichischen Grenze eine Tankstelle mit kleinem Lebensmittelshop gäbe – das Sonntagsfrühstück war schon mal gerettet.

Den Samstagabend verbrachten wir dann ganz gemütlich im Postkeller der Mittenwalder Brauerei.


Tag 2 – Wanderung zum Teufelstättkopf (1758m)

Auch ein alter Bekannter aus dem letzten Jahr – der Teufelstättkopf. Unsere aufregende Wanderung aus dem letzten Jahr kannst Du hier noch einmal nachlesen. Da wir im November wetterbedingt abbrechen mussten, wollten wir dem Berg, beziehungsweise uns, eine zweite Chance geben und starteten die Wanderung zum 1758 Meter hohen Gipfel erneut.

Hier kommst Du direkt zum Blogbeitrag der aktuellen Wanderung.


Tag 3 – Leutascher Geisterklamm (ohne Hund)

Montag – und ich war für meine Verhältnisse früh wach. Eigentlich bin ich ja kein guter Wandersmann, da ich ein begnadeter Langschläfer bin. Am Tag nach der erfolgreichen Besteigung unseres ersten Gipfels war ich aber schon vor  7 Uhr wach, es regnet nicht und wir wollten die Chance auf eine ausgiebige Runde nutzen, denn heute war eigentlich schlechtes Wetter gemeldet.

Noch vor dem Frühstück also, liefen wir von unserer Wohnung aus nach unten in den Ortskern von Mittenwald. Letztes Jahr hatten wir die idyllische Schönheit hier gar nicht so bewusst wahr genommen.

Es ging einmal quer durch Mittenwald und dann, bergoch, wie sollte es anders sein, in den Wald hinein.

Vorbei an der Goas Alm, entlang der Buckelwiesen,  ließen wir uns nach 10km am Parkplatz bei Krün wieder einsammeln.

Die Hunde waren müde, die Wanderung von gestern steckte allen noch in den Pfoten und so beschlossen wir nach einem ausgiebigen Frühstück ihnen eine Pause zu gönnen und einen POI anzusteuern, den wir eigentlich von unserer Liste gestrichen hatten, da dort keine Hunde erlaubt waren.

Auf Grund dessen, dass die Geisterklamm nun wirklich nichts für kleine Hundepfoten ist, gibt es keinen separaten Blogbeitrag sondern eine Kurzfassung hier:

Man kann die Klam von der deutschen (Fußweg vom Ortsausgang Mittenwald aus) oder der österreichischen Seite erreichen. Wir haben uns für den Parkplatz in Österreich entschieden (gebührenpflichtig). Letztendlich finde ich die Runde von dort aus tatsächlich schöner, denn man startet im Wald, folgt dem Klammerst (lustige & informative Hinweistafeln) bis zum Start der angelegten Wege entlang des Berges. Die Klamm ist (wetterbedingt) immer begehbar und kostenfrei.

Schwindelfrei sollte man hier definitiv sein, denn auch unter den Gitterböden liegt der Blick teilweise bis zum Fluss, der Leutascher Ache, frei. Die Wege sind aktuell auf Grund von Corona in einer Einbahnstraße angelegt. Dies wird aber scheinbar nur auf der österreichischen Seite ordentlich kommuniziert und es kamen uns doch ein Paar entgegen…

Die Wege entlang der Klammernd fühlen sich sicher an und obwohl ich immer dachte, ich hätte Höhenangst, war dies hier kein Problem für mich. Es kann aber auch daran gelegen haben, dass meine Begleitung unter extremen Höhenangst litt. Wie extrem so etwas sein kann, demonstrierte sie noch Tags zuvor auf dem Kamm beim Teufelstättkopf. Auf natürlichen Wege, so wie zB dem Bergkamm ist mir überhaupt nicht mulmig und ich kann auch an Klippen stehen. Hier in der Klamm musste ich etwas ‘üben’ um am Geländerrand angelehnt nach unten zu gucken. Das mulmige Gefühl im Magen, dass Du bestimmt auch irgendwie kennst, legte sich aber Schritt für Schritt, den ich meine Freundin anspornte weiter und weiter zu gehen.

Erste Herausforderung war eine Brücke. Nicht lang und nicht besonders hoch und vor allem besonders sicher durch einen blickdichten Holzboden.

Diese Hürde wurde schnellen Schrittes, aber sehr mutig genommen.

Nun schlängelte sich der Weg entlang der anderen Bergseite höher und höher. Alle paar hundert Meter gibt es ein paar Treppenstufen, weswegen dieser Weg leider auch für Rollstuhlfahrer, sowie Kinderwagen nicht befahrbar ist. Der stete Gitterboden war auch definitiv kein Boden für zarte Hundepfoten und obwohl die Geisterklamm dies auch auf ihrer Homepage erwähnt, mussten wir natürlich mit ansehen, wie ein verängstigter Hund von seinem rücksichtslosen Frauchen die metallenen Wege entlang geschliffen wurde 🙁

Der Weg schlängelte sich also am Berg entlang und gab nach einer Kurve den Blick auf das eigentliche Highlight der Klamm frei. Die Panoramabrücke. 40 Meter über dem tosendem Wasser. Fest und sicher und auch diese Hürde packte meine Freundin mutig und tapfer.

Wir fanden uns kurz darauf im Wald wieder und entschlossen, uns links zu halten um zu schauen, was uns beim Geisterschiff erwarten würde. Keine 5 Minuten später, die Ernüchterung, Geisterschliff, nicht Geisterschiff *lach* ist die Bezeichnung für die teils tiefen Furchen im Felsen, die von Zeit und Gletscher stammten.

Wir legten eine Pause am Wasserfall ein, genossen ein Bier und kauften ein Ticket für 3€ um von der deutschen Seite wieder auf die österreichische Seite zu gelangen und einem tosenden Wasserfall gegenüber zu stehen.

Der Weg hier ist zwar mit Holz ausgekleidet, der Krach des Wassers ist für zarte Hundeohren aber auch nicht unbedingt das Wahre. Die Klamm an sich, die Farbe des Wassers, die schroffen Felswände ist für uns aber atmenberaubend schön gewesen. Aber Achtung; dort drinnen ist es immer kälter & feuchter als draußen – Jacke nicht vergessen!

Leider ist der Weg zum Wasserfall eine Sackgasse. Im Hintergrund des imposanten Falls kann man schwach die Panoramabrücke erkennen. Wir drehten also wieder um und setzten unseren Weg berghoch in den Wald fort.

Hoch und Hoch und Höher, bis wir wieder an der Brücke angekommen waren und sie erneut mutig und frei überquerten.

Die letzten Meter zum Auto fing es fies an zu regnen, aber trotz Wettervorhersage meinten es die Klammgeister gut mit uns und wir hatten 2 wunderbare und trockene Stunden in der wunderschönen Leutascher Geisterklamm.

Und auch wenn die Klamm eher ein Besuch aus der Rubrik Unterwegs ohne Hund ist, ist sie doch wirklich ein absolut empfehlenswertes Erlebnis. Wer eine Klamm sucht, in der man auch ‘Unterwegs mit Hund’ sein kann, dem empfehlen wir die Partnachklamm (wir waren 2017 dort, damals hatten wir allerdings noch keinen Blog / Und: Achtung!! Die Klamm ist Laut!!!) oder die Höllentalklamm.


Tag 4- Die 3 Seen Wanderung 

Es war Dienstag, der Wetterbericht meldete leider mal wieder Regen und unsere große Wanderung am Mittwoch stand bevor. Wir wollten aber nicht Nichts tun und suchten uns aus meinen Tourenvorschlägen eine leichte Wanderung aus.

Startpunkt war der Parkplatz direkt an der Bundesstraße 2 bei Krün, in unmittelbarer Nähe zum ersten See der 3 Seen Wanderung.

Durch einen ganz zauberhaften Wald kamen wir zum Barmsee. Leider hatte der Wetterbericht nicht zu viel versprochen und es regnete. Aber selbst bei diesem Wetter und halb unter Regenwolken versteckt, war das Karwendel auch hier eine wahre Prachtkulisse.

Für alle Urlauber: an den meisten Stellen, die wir dort begangen haben, herrscht, aus Rücksicht für die Menschen leider Badeverbot für Hunde.

Wir verließen den Barmsee, kamen in den Wald und mussten einen kleinen Berg erklimmen – so viel zur leichten Wanderung *lach*. Aber dann konnten wir ihn schnell erspähen. See No2, der Geroldsee bzw. der Wagenbrüchsee.

So ein wunderbar idyllisches Plätzchen. Links die Bergwiesen mit den dichten Wäldern. Rechts der See und das Bergpanorama.

Wir hatten Glück und konnten ein paar schöne Bilder im Trockenen machen. Zumindest trocken von oben.

Die Hunde hatten mit dem Wasser, wie immer, keinerlei Berührungsängste und waren von oben und von unten nass. Bonnie hatte heute übrigens ihre Auszeit, da für morgen die große Wanderung zum Karwendel auf dem Plan stand.

Wir ließen diese zauberhafte Kulisse hinter uns und liefen ein ganzes Stück, recht unidyllsch, entlang der Straße / Bahnschienen Richtung Klais.

Dort ging es dann wieder über die Buckelwiesen in den Wald hinein.

Der dritte See der 3 Seen Wanderung war zwar nicht so idyllisch wie der vorhergehende, doch wir hatten eine Menge Spaß am Grubsee.

Der Blick auf den See, der Wald und die Berge im Hintergrund waren unglaublich schön und wir beschlossen, eine kleine Pause zu machen.

In unserem Instagram Story Highlight gibt es natürlich wieder die passenden Videos zu den Bildern und während der Eine sich ein Quietschgelbes Gummiboot startklar gemacht hatte, machte die Andere einen kurzen Powernap.

Wir waren leider schon wieder auf dem Weg zum Barmsee und somit auch zum Auto, da riss die Wolkendecke langsam auf und sogar die Sonne zeigte sich kurz.

Bei Kommot.de kannst Du unsere Strecke sogar nachwandern:

In der Ferienwohnung angekommen gab es für alle Mittagessen und sogar eine kleine Mittagspause. Der Abend wurde jedoch so wunderbar, dass es mir nicht möglich war in der Wohnung zu bleiben und so machte ich mit Bonnie und dem Herrchen einen kleinen Abstecher Richtung Mittenwalder Hausberg, dem Kranzberg.

Ausgangspunkt war der Parkplatz etwas oberhalb und außerhalb von Mittenwald am Wander- und Skigebiet Kranzberg. Von hier aus war das Karwendel imposant wie nie zuvor und es war nochmal richtig warm, fast schon heiß und der Kranzberg war steiler als gedacht *lach*

Wir schlängelten uns den Weg nach oben, aber nicht zum Kranzberggipfel, sondern zum Wildensee. Am Berggasthof gönnten wir uns ein Bier und die Ruhe und die wunderbare Aussicht.

Die Ruhe hielt allerdings nicht lange an…. Der Haus- und Hofhund Schorschi erspähte Bonnie, kaum dass wir uns gesetzt hatten und war scheinbar sofort verliebt. Der flauschige Riese tat wirklich alles um ihr näher zu kommen. Selbst unter der niedrigen Sitzbank hatte Bonnie keine Ruhe vor ihm. er zwängte sich problemlos und auch recht ungeniert drunter. Irgendwann gab er sich scheinbar damit zufrieden, sie aus einem Meter Abstand anzuhimmeln.

Die ersten Meter vom Gasthof weg wurden wir noch von Schorschi bis zum Wald begleitet und dann musste er leider seine neue Flamme gehen lassen. Der war das allerdings ganz recht 🙂

Ich muss es noch einmal erwähnen: der Blick von hier auf die Karwendelspitzen ist unglaublich gewesen und ich freute mich schon so sehr auf die anstehende Besteigung.

Über die breite geteerte Straße ging es genau so steil abwärts, wie es zuvor steil im Wald hinauf gegangen war. 

Dort hoch, auf die westliche Karwendelspitze sollte es morgen für mich und Bonnie gehen. Diesmal wollte ich sogar ganz professionell mal bei Tagesanbruch starten um den etwaigen Touristenströhmen oben auf dem Gipfel zu entgehen, also sind wir zügig wieder zur Ferienwohnung zurück und zeitig im Bett verschwunden.

Die Wanderung zu Wildensee ist eigentlich nicht unbedingt als Wanderung zu sehen, aber die Strecke ist für einen kleinen Ausflug oder Abendspaziergang ganz wunderbar und hier kannst Du sie finden sogar herunterladen und nachlaufen:


Tag 5- Bonnie & Frauchen auf der Karwendelspitze (2385m)

 

 


Tag 6- Runde um den Eibsee

 

 


Tag 7- Die Höllentalklamm (ohne Hunde)

 

 


Tag 8 – Mittenwalder Hausberg, der Hohe Kranzberg (1397m)

 

 


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