Wanderung über dem schönen Rhein – Binger Wald

Kennst Du das? Wenn Du am liebsten alles auf einmal machen möchtest?
Wenn Du mehr unterwegs als zu Hause bist?
So geht es uns aktuell 🙂 und daher kommt auch jetzt erst der Blogbeitrag zu unserem Ausflug den wir ja wirklich schon am 26. Mai unternommen hatten.
Ich nehme mir immer wieder vor, noch am gleichen Abend einer Wanderung die Bilder zu sichten, zu bearbeiten und den Blogpost zu schreiben. Aber leider bin ich dann oft durch den Spagat zwischen Arbeit und Freizeit doch etwas gestresst und nutze die freie Zeit lieber für meine Lieben oder Kochen oder auch mal einen faulen Abend auf der Couch.

Bevor das jetzt wieder länger wird, fangen wir endlich an. Unsere Wanderung führte uns dieses mal nach Rheinland-Pfalz, genauer gesagt nach Weiler bei Bingen am Rhein. Diese Wanderung (um ein paar Kilometer kürzer) haben wir tatsächlich vor ein paar Jahren schon einmal mit meiner Mama und ihrem Hund gemacht. Damals waren wir aber noch nicht auf Instagram aktiv und erst Recht auch keine Wanderblogger. Da diese Route aber wirklich wunderschön ist und ich sowieso in der Ecke etwas zu  erledigen hatte, dachte ich, laufe  ich die Tour noch einmal für unsere Leser und Freunde im Blog und auf Insta.

Wandern wir jetzt aber endlich mal los…. unser Start- und Parkplatz war der Parkplatz am Walderlebnispfad im Wald bei Weiler. Unsere Tour gibt es diesmal sogar als Komoot-Route zum nachlaufen (später dazu mehr).

Da der Parkplatz direkt im Wald liegt, geht es mit der Wanderung auch quasi sofort los. Nach kaum 5 Minuten kann man, wenn man möchte, einen kleinen Abstecher zur Villa Rustica machen. Ein paar Schritte weiter findet man dieses obskure Kunstwerk.

Was ich leider zu Anfang nicht finden konnte, war Ruhe. Vielleicht lag es an der Corona-Zeit und der Tatsache, dass Kindergärten und Schulen noch geschlossen hatten, aber ich würde diese Route wohl dennoch nicht zum Wochenende empfehlen.

Schon auf dem Parkplatz starteten wir fast zeitgleich mit zwei recht kinderreichen Familien, die beide allerdings in eine andere Richtung loswanderten. Kaum vom Parkplatz abgebogen, hatten wir eine asiatische Großfamilie vor uns, die aber den Abstecher zur Villa Rustica einschlugen. Wir überholten noch eine weitere Familie und 2 weitere kamen uns entgegen …. hier war mir für einen Dienstag definitiv zu viel los und ich überlegte schon, ob ich nicht einfach abbrechen und nach Hause fahren sollte.

Ich entschied mich zum Weitergehen und freute mich schon auf das heimliche Highlight der Tour. Die breiten Wege zwischen den hohen Kiefern lassen kaum erahnen, dass man über eine süße kleine Hängebrücke nun einen ganz anderen und viel ruhigeren Weg einschlagen kann.

Wer ein kleines bisschen GeierlayBrückenFeeling schnuppern möchte, ist hier im Binger Wald genau richtig. Leider habe ich online keine Angabe zu der Länger der Brücke gefunden. Würde sie aber so auf 25 Meter schätzen. Sie wackelt schon ordentlich beim Betreten, da man jedoch einen dichten Baumteppich direkt darunter hat, können auch so kleine Angsthasen wie ich locker flockig darüber hinweg tänzeln. Und Fotos, natürlich eignet sich die tolle Brücke auch für schöne Bilder!

Wir folltgen dem Weg weiter höher und höher durch den schönen dichten Wald. Der Abstecher zum Aussichtspunkt Damianskopf muss bitte unbedingt gemacht werden. Auf einem kleinen Bergkamm läuft man direkt auf diese schöne Aussicht zu. Links kann man das kleine romantische Weinstädtchen Assmannshausen erspähen und rechts bzw. geradeaus liegt einem die Rheinstadt Bingen quasi zu Füßen.

Als Rheinländer Kind könne ich ja ewig dort oben stehen und ‘Schiffe gucken’. Der Platz (wenn nicht schon durch andere Wanderer besetzt) eignet sich übrigens hervorragend für eine erste kleine Pause.

Und apropos andere Wanderer. Nachdem ich während der letzten halben Stunde niemanden mehr getroffen hatte ist dort oben auf diesem Ausguck das erste Mal etwas passiert: ich bzw. wir machten eine Wanderbekannstschaft. Kurz nach uns kam eine Frau mittleren Alters an und bewunderte erst die Hunde, die sich von mir vor der wunderschönen Kulisse fotografieren ließen und anschließend die schöne Aussicht. Wir kamen kurz ins Gespräch und nach ein paar angenehmen Gesprächsminuten entschieden wir, den nächsten Teil des Weges gemeinsam zu gehen. Sie folgte nämlich einer Route, die sie auf Komoot gefunden hatte und ich war wie immer auf unserer ‘wohin die Füße tragen’ Route unterwegs.

Wir liefen ein sehr langes Stück gemeinsam, tauschten Wandererfahrungen und -Berichte und -Erlebnisse aus. Auch wenn ich auf den Wanderungen gerne mit den Hunden für mich bin, war es schon toll mit einer fremden Person einfach über Gott und die Welt zu quatschen während man über teils schmale Wege durch den Wald spaziert, Vater Rhein immer durch ein paar Blätterlöcher rechts neben uns sichtbar. Sie war ursprünglich gar nicht aus dem Rheinland, wohnt aber seit ein paar Jahren im Rheingau. Ich für meinen Teil komme ursprünglich aus Rheinhessen und bin nun ab und zu mal zu Besuch am schönen Fluss.

Da ich, auf Grund von Corona nicht damit gerechnet hatte, eine Einkehrmöglichkeit zu finden, hatte ich ein kleines Lunchpaket für mich und die Hunde dabei. Als wir am Schweizerhaus vorbei kamen, entschieden wir uns allerdings gemeinsam auf ein Radler einzukehren. Hier hatte ich auch  vor Jahren auf der Tour mit meiner Mama eine Rast eingelegt.

Das Schweizerhaus wird mittlerweile in 3. Generation bewirtschaftet. Der junge Gastwirt ist sehr freundlich und aufgeschlossen und versucht trotz dummer bürokratischer Auflagen seinen Biergarten attraktiv zu halten, er darf aktuell nämlich keine Speisen, sondern nur Getränke anbieten. Aber bei einem kühlen Radler schmeckt die mitgebrachte Stulle ebenso gut und die Aussicht dort ist auf jeden Fall eine Einkehr wert. Ich erst tauschten meine Wanderbekannstchaft und ich auch das erste Mal unsere Namen aus. Silke war Anfang 50, Katzenmama, frisch getrennt und sehr gerne in ihrer neuen Heimat zu Fuß unterwegs. Wir studierten ihren Tourenvorschlag und ich entschied ein weiteres Stück mit ihr gemeinsam zu wandern.

Ein paar schöne Waldmeter nach dem Schweizerhaus durften wir auf dem Wachturm schon einen tollen Ausblick auf das mittelalterliche Romantikschloss Burg Rheinstein erspähen.

Muss ich eigentlich bei diesen Bildern noch erwähnen, was wir für ein überaus geniales Wetter an dem Tag hatten??

Am Berghang ging es weiter bis es schließlich auch die Möglichkeit zum Abzweig zur Burg Rheinstein gab.

Einfach nur unglaublich schön!

Auf weiteren schmalen und teils auch steilen und gewunden Pfaden ging es wieder weiter in den Wald hinein. Und Bonnie zeigt nun folgend, wie man ein schönes Foto so richtig dreist crasht 🙂

Dank Silke, meiner Wanderbekannstchaft weiß ich nun, dass wir uns auf dem Eselspfad befanden. Nein, nicht auf dem Eselsweg – auf dem Eselspfad, ein wunderschöner Rheinwanderweg auf dem sich gleich der nächste Ausblick auf eine der unzähligen Reinburgen bot.

Nicht ganz so nah, aber ebenso so alt und wunderschön: Burg Reichenstein. Ebenfalls Hotel, Restaurant und sogar Museum.

Wie immer, total aufgeweckt und neugierig: meine kleinen Wanderterrier. Und nein: für dieses Bild hatte ich sie nicht auf den Felsen gestellt. Es ist tatsächlich ein Schnappschuss auf den Silke mich hinwies ‘ach wie niedlich die da stehen’!

Direkt nach diesem letzten Ausblick auf die Burg Reichenstein und den Rhein ging es stetig bergab bis wir im schönen Morgenbachtal ankamen.

Ganz ähnlich zu meiner Route gibt es hier den Rundweg Morgenbachtal (aus Wikipedia):

Durch das Gebiet führen zahlreiche markierte Wanderwege. Der „Rundweg Morgenbachtal“ ist eine Kombination von „Soonwaldsteig“ und „Rheinburgenweg“ im Binger Wald. Man kann ihn im Forsthaus Jägerhaus oder auch in Trechtingshausen beginnen und im Uhrzeigersinn oder in Gegenrichtung begehen.  Er führt über insgesamt etwa 12 km (Gehzeit 4 Stunden) zu den Burgen Rheinstein und Reichenstein, zum „Schweizerhaus“, zur römischen Ausgrabungsstätte „Villa rustica“ und zur „Steckeschlääfer-Klamm“.

Hier in dem schönen Tal trennten sich dann allerdings die Wege von Silke und mir wieder. Ich blieb links des Morgenbachs auf dem Weg zur Steckeschlääferklamm, Silke rechts des Baches um einen Schlenker zum Forsthaus Jägerhaus zu machen. Wir trennten uns mit einem ‘machs gut, pass auf dich auf und vielleicht laufen wir uns ja mal wieder über den Weg’. Es wurden keine Nummern ausgetauscht, weil man sich ja ‘so gut verstanden’ hatte und um ‘das vielleicht mal wieder zu wiederholen’. Nein. Jede ging einfach ihres Weges. Über den Bach winkten wir uns noch ein paar Mal zu. Die Hunde waren anfangs aber leicht irritiert, das unsere Wanderbegleitung, die doch nun bestimmt 6km an unserer Seite lief nun doch nicht mehr bei uns war. ‘Was habe ich doch für ein tolles kleines Rudel’, dachte ich mir.

Der Morgenbach ist ein wundervolles Gewässer. Erfrischend, mal ruhig und leise plättschernd, mal wild und laut rauschend. Die Hunde hatten hier am Wasser natürlich ihren Spaß. Es gibt zwar einige Stellen, an denen man nicht direkt am Wasser läuft, aber dazwischen mehr als genug Möglichkeiten die Pfoten zu erfrischen.

Beste Wanderbegleitung überhaupt.

Hier unten am Wasser hat man übrigens auch die Möglichkeit auf viele wilde Tiere zu treffen. Ganz besonders im Sommer, an schwülwarmen Sommertagen kann man hier Bekanntschaft mit hunderten von wilden Tieren machen. Mücken *oh weh* ganz schlimm…..

Nach einer recht langen Gehstrecke entlang des Morgenbachs findet sich dann der Eingang zur Steckeschlääferklamm. Auch diese schöne, wenn auch etwas Klamm-Untypische Klamm kannte ich schon.

Über zahlreiche kleine und größere Brücken geht es langsam bergan.

Auch hier wurden wir von den kleinen wilden Tieren nicht verschont und auch der Verkehr wurde wieder etwas stärker, da die Klamm ein beliebter Anziehungspunkt für Familien und Kinder ist.

Nicht alleine wegen der abenteurlichen Wege, sondern auch wegen der hübschen und aufwändigen Baumgeister die entlang des Weges zu finden sind. Jedes Gesicht ein echtes charismatisches Unikat – herrlich!

Direkt am Ausgang bzw. Eingang der Klamm befindet sich ebenfalls ein Waldparkplatz. Sollte der erste (unser) Parkplatz nämlich voll sein, kann man weiter Richtung ‘Lauschhütte’ fahren und gelangt zu diesem Parkplatz direkt an der Klamm.

Wir mussten bis zu unserem Ausgangspunkt noch ein paar Kilometer weiter laufen. Nach 12,4km und knapp 4 Std. (2  3/4 Std Wanderzeit) kamen wir wieder an unserem Auto an, etwas müde und K.O. aber sehr glücklich.

Die schöne Tour bekommt von 4 1/2 von 5 Pfoten. Bei den Highlights ist oft viel los und für eine volle Punktzahl hat es dennoch nicht ganz gelangt. Wir empfehlen sie auf jeden Fall weiter, es lohnt sich! Deine Dana & die Wanderterrier

 

Unser Flugvideo darf natürlich nicht fehlen:

 

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Und hier gibt es unsere Route nun zum Nachwandern: (einfach auf das kleine grüne Komoot Symbol klicken und die Tour öffnet sich in der App. Übrigens kann man sich dort dir Touren auch aufs Smartphone herunterladen um sie praktisch offline zu nutzen!)

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