Durch den Naturpark Schönbuch

Woran merkt man, dass es Frühjahr ist? Die Blogbeiträge werden wieder mehr, da wir wieder öfter unterwegs sind als im Winter.

So waren wir dann auch am Sonntag in einem ganz bestimmten und einem ganz besonders schönen Naturpark. Auf Instagram hatte ich auf der Seite ‘Grüner Süden‘ ein Bild gesehen und wie so oft gedacht “oh wie schön, da möchte ich hin!”

Und gerade jetzt, so kurz nach bzw. noch mitten in der Corona Ausnahme ist der Besuch eines anderen Bundeslandes schon fast so etwas wie ein kleiner Urlaub. 

Normalerweise sind wir ja nicht die typischen Wanderer – Du weißt schon, die, die morgens schon vor Sonnenaufgang unterwegs sind um die Natur in ihrer vollen Pracht zu genießen. Wir sind eher die Fraktion Langschläfer, ausgiebig frühstücken und dann aber vor dem Mittag ab in die Natur. Manchmal klingelt aber auch sonntags mal der Wecker, wenn wir ein ganz besonderes Ziel auserkoren haben.

So sind wir dann auch vor zwei Tagen um kurz nach 8 Uhr schon auf der Autobahn Richtung Süden gewesen. Hessens schönstes Nachbarland Baden-Württemberg hat uns schon lange gereizt und der Naturpark Schönbuch war die 2 Autostunden wert. 200km von Frankfurt entfernt, kurz vor Tübingen liegt das 156 Quadratkilometer große bewaldete Gebiet. Auf der übersichtlichen Webseite des Naturpark findet man auch schon eine große Auswahl an Wegen und Touren durch das unglaublich vielseitige Gebiet. Da ich schon ein bestimmtes Ziel vor Augen und eine kleine Tour vorgeplant hatte, steuerten wir gleich einen Wanderparkplatz an. Die Beschilderung der Wege ist übersichtlich und wir mussten kaum nach Wegzeichen suchen. Auf dem Weg zu unserem gewählten POI folgten wir dem gelben Kreis, verließen ihn aber später um unsere Runde zu vergrößern. Die vorgegebene Rundtour hat laut Beschilderung eine Länge von ca. 6,9km und nach den ersten entspannten Metern geht es plötzlich erst einmal steil bergab, danach wieder steil bergauf und schon bald findet man sich auf einem angenehmen und breiten Waldweg wieder.

Wir folgten dem Weg eine ganze Weile. Für einen Sonntag war es gar nicht soooooo voll, wie es der Parkplatz vermuten ließ. Zwei Familien mit Kindern, vereinzelte Wanderer und ein paar Radfahrer – auf den breiten Wegen aber durchaus nicht besonders unangenehm. Nach nicht einmal einer halben Stunde, ging es schon ganz idyllisch und etwas abenteurlich links vom großen Weg auf einen kleinen Trampelpfad zum Birkensee.

Wir haben, mit Herrchen als heutige Wanderbegleitung nicht ganz so viele Bilder gemacht wie wir es sonst machen, aber dieser hübsche kleine Eingang zum Birkensee musste festgehalten werden.

Wer beim Abzweig zum Birkensee nun einen Boden- oder Chiemsee erwartet, wird schwer enttäuscht werden.

Aus Wikipedia:

Der auf dem Bergrücken des Brombergs gelegene Birkensee ist aufgrund seiner seltenen Pflanzengesellschaften als Naturdenkmal Feuchtbiotop Birkensee ausgewiesen. Das Gebiet stellt heute ein sogenanntes Übergangsmoor dar, ein Moor im Übergangsstadium von einem Nieder- zu einem Hochmoor.

Entstanden ist der Birkensee vermutlich am Anfang des 19. Jahrhunderts auf der Sohle eines aufgelassenen Rhätsandsteinbruchs. Die unter dem See liegende Gesteinsschicht soll durch natürliche Verkittung, sogenannte Ortsteinbildung, wasserundurchlässig geworden sein. Eine andere Quelle aus dem Jahr 1667 beschreibt den See aber bereits damals als sumpfige Viehweide.

Was aber keineswegs enttäuschend ist, ist die Stimmung, die Natur um den Birkensee herum. Als wir an den See kamen, quakten mehrere Frösche um die Wette, der Wind raschelte in den hohen Kiefern, hier und da zwitscherten Vögel und ich hätte sicher ewig dort sitzen können.

Gleich neben dem See wartetet aber das Photomotiv auf uns, auf das ich es abgesehen hatte. Diese Plankenwege hatten es mir im Hohen Venn bei unserem Belgien/Holland Urlaub schon sehr angetan.

Ich kann es nicht beschreiben, aber diese Moorebenen, die Holzplanken, die unberührte Natur, die eben durch diese Plankenwege unberührt bleibt – das alles machte diese Landschaften für mich so unglaublich schön und beruhigend. Fast ein bisschen so, wie in den Bergen.

Leider ist der schöne Plankenweg nicht so lang wie erhofft und man ist recht schnell wieder im Wald. Dieser bietet einem aber wieder eine unglaublich schöne und ruhige und auch vielfältige Natur. Oh da fällt mir ein, ich hatte zu Anfang ganz verpasst zu erwähnen, dass im Naturpark Schönbuch mehrere Mammutbäume stehen, die ca. um 1868 gepflanzt worden sein sollen. Hier findest Du eine ganz praktische Übersicht, wo die Bäume im Naturpark stehen.

Hin und wieder findet man auch aufschlussreiche Infotafeln und andere Wald- und Wiesenbewohner.

Was mir allerdings aufgefallen ist: auf der bisher gelaufenen Strecke gab es wenig Bänke zum Sitzen & Verweilen. Kurz vor der Quelle der Einsiedelei gab es aber diese tolle Bank mit Blick auf die schwäbische Alb.

Wir wollten so viel von dem schönen Naturpark mitnehmen, wie nur ging und außerdem erschien mir eine 7km lange Wanderstrecke für 2 Stunden Autofahrt doch etwas zu kurz, daher verließen wir die Route mit dem gelben Kreis und suchten uns zu erst einmal ein schönes Plätzchen zum Rasten.

Ab und an wurden wir am Weg von einem erfrischendem Bach begleitet, das freute natürlich die Vierbeiner.

Ich vertraute mal wieder der Google Map, wahlte eine Abzweigung, die eigentlich keine war und so mussten wir mal weider 20 Meter querfeldein durch den Wald stapfen. Wir fanden den Weg allerdings gut und schnell wieder, mussten aber dennoch ein paar weitere Ehrenrunden drehen um endlich beim Dammwildgehege zu landen. Das, und auch das Rotwildgehege hatte ich mir ehrlich gesagt etwas anders vorgestellt ….

Im gesamten Waldgebiet haben wir immer wieder diese Schilder gefunden ‘Wild Ruhezone’, da war ich dann doch ziemlich erstaunt, dass die Wildgehege noch einmal extra eingezäunt waren. Zumal der Wald / der Naturpark  bei jedem Wanderparkplatz nur durch ein großes Tor betreten werden kann. Warum sperre ich Wildtiere in einem eingezäuntem Wald noch einmal ein?! Gut, bis auf ein paar kleine Rehintern und Rehohren haben wir auch sonst nichts von Rot- oder Dammwild gesehen.

Die Route war mit 16,7km zwar etwas länger als gedacht, aber die weite Anfahrt sollte sich ja auch gelohnt haben.

Der Naturpark Schönbuch, so vielfältig, so schön, so groß, da reicht kein einzelner Besuch aus. Wir kommen definitiv wieder, daher auch die sehr gute Bewertung von 4,5 von 5 Pfoten.

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