Wanderung zur weißen Mauer / Altkönig – eine Komoot-Route

Heute, lieber Wanderfreund, gibt es eine Geschichte mit zwei Pointen. Zum Einen möchten wir erzählen, wie unserer erste Tour mit der Komoot-App *Werbung*Unbezahlt* verlaufen ist und zum Zweiten möchten wir einen kleinen Ausflug in die wahre Welt machen.

Außerhalb von Social Media und tollen Blogbeiträgen gibt es nämlich auch oft so etwas, wie die nun folgende Geschichte. Allerdings bin ich meist selbst daran schuld, dass eine Tour nicht rund endet oder ein Erfolg wird. Wie viele Touren haben wir schon gemacht, aufgezeichnet und dokumentiert und mittendrin oder am Ende festgestellt, dass sie entweder nicht erfolgreich abgeschlossen werden konnte oder zu kurz war, oder oder oder …..

Dieses Mal haben wir uns eine Route von der App Komoot ausgesucht. Bisher haben wir sie nur zum tracken unserer eigenen Routen benutzt, aber dieses Mal wollten wir eine vorgeschlagenen Route gehen. Die App an sich ist klasse! Neben der, bereits erwähnten, Funktion seine Tour aufzuzeichnen, hat man zig Vorschläge für Wander-, Rad- und Lauftouren. Zu fast jedem Tourenvorschlag gibt es eine Karte, eine kurze Zusammenfassung der Wegebeschaffenheit und auch einigen Highlights, die auf dieser Strecke zu erwarten sind.

 

Auf die weiße Mauer wollten wir schon ewig mal wandern und entschieden spontan letzte Woche die Büroarbeit liegen zu lassen, zogen die Wanderschuhe an und fuhren nach Oberursel. Von Frankfurt aus fährt man cal. 20 Minuten mit dem Auto und findet sich im schönsten Berggebiet Hessens wieder. Die Region Feldberg ist im Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter DAS Ausflugsziel schlechthin. Wir waren schon ein paar Mal auf dem Feldberg unterwegs und schätzen die Gegend dort sehr.

Durch ein Gewinnspiel auf Instagram haben wir übrigen ein Jahresabo für die Komoot App gewonnen und haben uns deswegen etwas intensiver damit beschäftigt. Um eine Tour zu suchen & zu finden, wählt man de gewünschte Sportart und Region aus und kann aus mehreren Vorschlägen seine Tour wählen. Leider kann man nicht sehen, wer eine Tour eingestellt hat und vor allem wann eine Tour eingestellt wurde. Der zweite Punkt, wurde uns nämlich bei diese Tour etwas zum Verhängnis ….

Los ging es bei erst einmal sehr einfach und sehr schön. Startpunkt war der (kostenpflichtige!!) Waldparkplatz Hohemark in Oberursel, direkt neben der U-Bahn Haltestelle Hohemark. Es gibt dort auch eine Karte und ausgewiesene Wanderwege, da wir aber unserer ausgesuchte Route folgen wollte, habe ich denen keine Beachtung geschenkt. Es geht, ja, wir sind am Feldberg, bergauf. Auf einer breiten Forststraße geht es berghoch in den Wald hinein. Nach kurzer Zeit verlässt man die Forststraße und findet sch auf einem schönen Wanderweg wieder. Links rauscht ein Bach hinab, rechts die Autos die L3004 zum Feldberg hinauf.

Nach der ersten kleinen Erfrischungs- und Fotopause am Urselbach bogen wir aber links in den Wald und entfernten uns von Bach und Straße.

Und standen schon vor unserem ersten “Problem”. Laut Tourenbeschreibung sollte es links und dann gleich wieder rechts gehen. Es gab aber rechts keinen Weg …. also öffnete ich Google Maps, lief bis zur nächsten Möglichkeit einer Abzweigung und suchte mir den Weg zurück zur eigentlichen Route.

Als wir dann wieder auf dem richtigen Weg war, dämmerte mir, warum wir vorhin nicht abbiegen konnten. Entweder war er Förster hier sehr fleißig gewesen oder der Sturm vom August 2019 hatte Schäden hinterlassen, die noch nicht beseitigt worden waren. Ich musste also ständig das Smartphone im Blick haben und abchecken ob und wann wieder die nächste Abzweigung kommen würde. So standen wir dann zum Beispiel auf einem Weg, der zwar deutlich als Weg zu erkennen war, aber überwiegend aus Spuren von forstwirtschaftlichen Geräten und Baggerrädern gemacht war. Links und rechts neben uns umgestürzte und teils schon abgesägte Bäume und Komoot sagte mir, ich solle links abbiegen. Als ich einen leicht ausgetrampelten Pfad entdeckte, musste ich kurz überlegen, ob wir ihn gehen sollten oder nicht. Ich entschied mich aber für ein Go! Und siehe da, es war tatsächlich ein Weg. Einige der Wurzeln und Steine hatten sogar Wandermarkierungen aufgesprüht bekommen. Es ging steil bergauf. Dieser steinige und steile Pfad erinnerte aber auch irgendwie an gewisse Regionen den Alpen und ich war ganz froh über eine kleine abenteuerliche und alpine Tour.

“Oben” angekommen fanden wir uns auch auf unserer eigentlichen Route wieder. Auch hier waren die Schäden des Sturms noch deutlich zu sehen.

Leider gab es keine weiteren Markierungen, so dass ich gezwungen war ständig de App im Auge zu behalten um keine weiterer Abzweigung zu verpassen. Bonnie meisterte den Aufstieg übrigens sehr gut. Ich achtelte darauf, dass wir nicht zu schnell aufstiegen und auf den breiten Wanderwegen konnte sie ohnehin problemlos gerade laufen.

Nach ein paar wirklich schönen Metern durch den Wald kamen wir auch schon bei der weißen Mauer an.

Die Weiße Mauer ist ein in der Eiszeit entstandenes Quarzit-Feld am Altkönig, das durch Frostsprengung entstanden ist. Sie liegt auf maximal 634 m ü. NHN nahe Oberursel im hessischen Hochtaunuskreis.

Von der Kanonenstraße, die von Oberursel auf den Großen Feldberg führt, sieht die Felslandschaft wie ein Steinbruch aus. Bei Sonnenlicht glänzen die Steinblöcke weiß; dieser Umstand verlieh dem Schuttfeld seinen Namen.

Aus Wikipedia

Im Hintergrund der Große Feldberg, dicke Heidelbeersträucher zwischen den schroffen Felsen: ein wunderschöner Ort. Mit uns kam ein Pärchen an der Mauer an. Einen Augenblick später ein Wanderer und ein weiterer Wanderer kam uns entgegen. Auch an einem Donnerstag Mittag ist hier scheinbar reger Verkehr. Wir blieben eine Weile und fotografierten und kraxelten über die Felsen.

Ein bisschen wie im Odenwälder Felsenmeer, nur mit kleineren Steinen.

Wir genossen alle die Sonne, denn es war doch recht windig hier hoben.

Da der Weg direkt durch die Weiße Mauer führte gingen wir noch ein Stückchen weiter und suchen uns ein schönes Plätzchen (mit direktem Ausblick auf den Großen Feldberg) für unserer Pause.

Nach einem Snack für alle ging es wieder in den Wald hinein. Laut Tourenbeschreibung wartete noch der Altkönig auf uns.

Ich muss gestehen, hier sind die Wege fast schöner als auf und um den Feldberg herum. Es ging weiter berghoch durch teils offene Flächen und teils dichte Wälder. Allerdings fiel mir auch auf, das uns zwar hin und wieder ein paar Wandermarkierungen begegneten, aber niemals ein Hinweis- oder Richtungsschild. Man muss also, in diesem Gebiet, wohl schon vorher wissen auf welche Route man sich begeben möchte.

Der Altkönig (von „alta(…)“, d. h. große Höhe) ist mit 798,2 m ü. NHN der dritthöchste Berg im Taunus. Zusammen mit dem Großen Feldberg (881,5 m) und dem Kleinen Feldberg bildet er den Höhenschwerpunkt des Hochtaunus (Feldberg-Taunuskamm), er liegt jedoch, anders als der Feldberg, nicht auf dem Taunushauptkamm, sondern ist südlich parallel diesem vorgelagert.

Ein wunderschönes Plateau. Auch hier kann man wunderbar eine Pause einlegen, die Ruhe genießen, den Großen Feldberg bewundern oder an den Seiten einen Blick durch die Baumwipfel auf das Rhein Main Gebiet erhaschen. Ich habe, dank genialer App sogar ein paar Bilder von uns 3 schießen können. Dabei wir die Sony alpha 7iii per Smartphone ferngesteuert – echt genial, oder?!

Der Heimweg bzw. Abstieg brachte uns dann allerdings etwas an den Rand der Verzweiflung. Natürlich war mir bewusst, wenn es anfangs nur bergauf geht, muss es irgendwann nur noch bergab gehen. Es ging schon damit los, dass es wieder schwierig gewesen war, unsere Route wieder zu finden. Da um den Altkönig herum ebenfalls viele Gesteinsfelder, ähnlich der Weißen Mauer waren, ist beim Abstieg Trittsicherheit gefragt. Um Bonnie gerade beim bergab etwas zu schönen, setzte ich sie mir auf die Schultern und wir meisterten den Weg zurück auf die typische Waldwege recht gut.

Dort wartete aber schon die nächste “Überraschung” auf uns …. der Weg, den unsere Tourennavigation vorgab, war überseht von umgestürzten Bäumen. Ich überlegte kurz ob wir uns einen anderen Weg zum Auto suchen sollten. Wir hatten bis hier schon fast 7km Strecke hinter uns gebracht und hatten beim Altkönig erst unsere Halbzeit erreicht. Ich hoffte auf ein paar umgestürzte Bäume und wir liefen los. Jasper gefiel das ganze sehr. Er kraxelte über Stämme und Wurzeln oder drückte sich darunter durch. Bonnies Rücken wollte ich das nicht zumuten, also packte ich mir die 9kg Hund in meinen Rucksack, testete ein paar Mal, ob sie wohl sitzen bleiben würde, ob sie bequem saß und schnallte mir den Rucksack um. Hätte uns jemand gesehen: es wäre sicher ein Bild für die Götter gewesen 😉 Unseren Pausensnack hatten wir eh schon aufgefuttert, die Wasserflaschen steckten im Außenfach des Deuter Wanderrucksacks, die Kamera hing ich mir um die Schultern und im Augenwinkel sah ich immer diesen kleinen haarigen Hundekopf aus dem Rucksack gucken. Ich stellte fest, wie schwer 9kg sein können … aber auch wie brav die kleine Maus war und mir wieder einmal zeigte, wie sehr sie mir vertraute.

Wir meisterten den Weg, kraxelten über Baumstämme oder liefen umständlich drumherum wenn es kein Durchkommen gab.

Als wir einen breiten Wanderweg kreuzten und unser Weg vor uns einfach vor einem riesengroßen Haufen Baumstämmen endetet, entschied ich, wieder einmal, den Weg zur Route mit Google und auf eigene Faust zu suchen.

Als wir dann – endlich – wieder auf dem richtigen Weg waren, auf einem schönen gerade breiten Wanderweg waren, holte ich Bonnie aus dem Rucksack. Anfangs war sie darüber nicht ganz so begeistert. Anscheinend hat ihr das ‘Getragen werden’ doch mehr gefallen. Nach ein paar Schritte wackelte sie aber wieder mit erhobener Rute davon. Der Hauptweg war dann allerdings wieder sehr stark belebt. Unser Weg zum Parkplatz Hohemark führte uns an der Flowtrail-Strecke entlang, was bedeutete, dass hier eine Menge Radfahrer unterwegs waren.

Wir kamen schließlich nach 12,5km und knapp 4 Stunden wieder am Auto an. Zum Vergleich:

Vorgegebene Route – 11km – 3:39Std – 490 Höhenmeter

Unsere Route – 12,5km – 4Std (mit Fotopausen) – 550 Höhenmeter

Jetzt könnte man wohl darüber streiten, ob die Tour vor dem Sturm im letzten Jahr aufgezeichnet worden ist oder danach und deswegen einige Wege nicht begangen werden konnten. Allerdings hatte ich die Wegmarkierung an unserem ersten Offroad-Teil schon bemerkt und somit war dies eine öffentliche Strecke. Fazit: Die Komoot Route ‘Weiße Mauer – Altkönig Runde von Obersursel’ bekommt von uns 1 1/2 von 5 Pfoten. Jetzt werden wir demnächst noch eine Komoot-Route testen um zu gucken, ob wir einfach Pech hatten oder uns die falsche Tour ausgesucht haben oder oder oder ….

Auf der Homepage des Taunusklubs habe ich auch nur ein paar dürftige Informationen zu den augeschilderten und gefundenen Wanderzeichen finden können. Allerdings habe ich dort herauslesen können, das es im Shop Wanderkarten zu kaufen gibt, auf denen alle Wege (inklusive Markierung) eingezeichnet sind und man sich so einen Weg zu einem schönen Ausflugsziel (etwa dem Altkönig) selbst zusammenstellen kann.

Hast Du auch schon so eine Tour erlebt? Ich hasse es ja, wenn ich ständig auf das Smartphone gucken muss um sicherzugehen, dass wir keine Abzweigung verpassen. Im folgenden Video kannst Du unsere Toure aus der Luft beobachten:

Und besser spät als nie: wir haben jetzt unseren eigenen YouTube Kanal *Party-emoji*

https://www.youtube.com/watch?v=AZifY85l08g

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