Das Felsenmeer im Odenwald

Das Felsenmeer

Der Felsberg führt seinen Namen nicht mit Unrecht. Nach der Reichenbacher Seite hin ist er über und über mit mächtigen Granitblöcken bedeckt, die an manchen Stellen so dicht beisammen liegen, daß bei dem Beschauer der Eindruck entsteht, die vom Sturm gepeitschten Wogen eines Meeres seien wie durch einen Zauber erstarrt und zu Stein geworden. Und manche der Felsen sind so phantastisch gestaltet, daß es scheint, als wäre eine Herde von riesenhaften Robben und Seeungeheuern aus dem wogenden Meere emporgestiegen und habe die grauen, glatten Leiber übereinandergeschoben.

 

Circa eine Autostunde von Frankfurt entfernt findet man sich in einer fast schon alpinen Waldgegend wieder.

Mitten durch den schönen waldreichen Odenwald zieht sich eine landschaftliche Erscheinung, die in unserer Region einzigartig und ein beliebtes Ausflugsziel ist.

Die Sage vom Felsenmeer in Lautertal handelt von zwei Riesen, die in der Gegend von Reichenbach hausten. Der eine auf dem Felsberg (Felshocker), der andere auf dem Hohenstein (Steinbeißer). Ihre „Riesenreiche“ wurden durch das Lautertal (Odenwald) getrennt. Als sie in Streit gerieten, bewarfen sie sich mit Felsbrocken. Der „Steinbeißer“ war im Vorteil, er hatte mehr Wurfmaterial. So kam es, dass „Felshocker“ bald unter den Blöcken begraben wurde; angeblich hört man ihn noch gelegentlich darunter brüllen. Die Felswand des Hohenstein soll die letzte Hausmauer des anderen Riesen sein. So wurde im Volksmund die Entstehung des Felsenmeeres erklärt. (aus wikipedia.de)

Heute ist das Felsenmeer ein beliebtes Naherholungsgebiet und Ausflugsziel für Familien und Wanderer. Es liegt innerhalb des Naturschutzgebiets „Felsberg bei Reichenbach“. Am oberen Ende des Felsenmeers befindet sich eine kleine Quelle, deren Rinnsal zwischen den Felsen hinab ins Tal fließt und schließlich im Graulbach mündet. An den Wochenenden würden wir einen Ausflug mit Hund dorthin nicht wirklich empfehlen, da die großen Steine wirklich ein großer Spaß- und Anziehungspunkt für Kinder ist.

>>Anmerkung: Wir haben diesen Ausflug am 27.03.2020 unternommen (aktuell herrscht in Hessen und allen anderen deutschen Bundesländern ein Kontaktverbot aufgrund des Covid19 Virus und somit auch ein Art Ausgangssperre. Daher sind alle öffentlichen Einrichtungen gesperrt, geschlossen und teils nur eingeschränkt begehbar. So konnten wir zB nicht den großen Besucherparkplatz am Fuße des Felsenmeer in Lautertal nutzen. Auch der Parkplatz an den Römersteinen am Ortsrand von Beedenkirchen war gesperrt. Wir haben uns in Beedenkirchen aber einen Parkplatz gesucht und sind zu Fuß in den Wald / zum Parkplatz Römersteine gelaufen.

Von hier aus führen insgesamt 8 Wanderwege durch den schönen Odenwald, zusätzlich kann man etappenweise auf dem Alemanneweg und dem Nibelungensteig wandern.
Als Hinweg zum Felsenmeer wählten wir den Weg No 4, päter kraxelten wir die riesigen Felsblöcke nach oben um dann auf Weg No 5 wieder durch den Wald zurück nach Beedenkirchen zu gelangen.

Mit 4,1 km waren wir jetzt nicht sonderlich lang unterwegs, aber dafür lange 2 Stunden und über die Steine geht es lang und steil nach oben.

Die ersten Schritte führten uns durch einen kargen und etwas bizarren Wald, der nach Sturm und Winter ziemlich trostlos wirkte. Überall kann man aber schon Knospen oder kleine grüne Blätter ausmachen und bald wird es hier wohl nicht mehr so trostlos aussehen.

Nach ein paar Minuten auf dem einfachen Forstweg konnten wir durch die Bäume schon das Felsenmeer durchschimmern sehen.
Schon beeindruckend, wenn man dieses Strom aus Felsen und Steinen durch den Wald ‚fließen‘ sieht.

Wir kamen auf unserem Weg auf einer kleinen Teilung des Meeres raus.

Das ist total praktisch hier. Wenn man, angenommen, vom große Parkplatz unterhalb startet, hat man zwei Möglichkeiten nach oben zu kommen.

1. Man kraxelt die Steine empor
2. Man nutzt die serpentinenartig angelegten Waldwege neben dem Felsenstrom.

So entstehen dann immer mal wieder kleine Wege die sich direkt durch das Felsnmeer schneiden.

Die alpunerprobten Terrier und ihr Frauchen entschieden uns dann direkt für den Weg über die Felsen.
Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob und wie Dein Hund das meistert – keine Angst, es gibt immer rechts und links des Stroms die Möglichkeit auf den Waldweg zu wechseln. Natürlich solltest Du ein Auge auf deinen Vierbeiner haben, manche klettern lieber frei auf eigenen Wegen die Steine empor (Bonnie), andere sind vorsichtiger und folgen Frauchen auf einem sicheren Weg (Jasper) und wieder andere müssen evtl. an der Leine geführt, hier empfehlen wir auf jeden Fall ein Geschirr statt Halsband.

Wir kraxelten also alle 3 über die teils riesigen Felsblöcke weiter und weiter nach oben. Bonnie hatte sichtlich Spaß und bewies großes Geschick dabei, schnell einen geeigneten Weg zu finden. Die großen flachen Steine laden auch wunderbar zu kleinen Pausen ein.

Das Highlight der gesamten Strecke ist die Felsenmeerbrücke im oberen drittel der felsigen Naturgewalt.

Etwas weiter oben verteilen sich die teils mannshohen Steine durch den Wald. Hier gibt es im Sommer (und außerhalb der Corona-Sperrungen) auch eine kleinen Kiosk bei dem man Limo, Eis oder Wurst kaufen kann.

Einfach daliegen, den Himmel beobachten. Den Wind spüren – und das warme Hundefell auf der Picknickdecke neben mir – gerade jetzt, da viele durch das Kontaktverbot einen kleinen Entzug durchmachen zu scheinen, zieht es uns drei noch mehr in die Einsamkeit der Natur; die jetzt, so ohne viele Menschen fast noch viel schöner & intensiver zu erleben ist. Auch wenn es heißt, wir sollen zu Hause bleiben – wer aufmerksam & rücksichtsvoll unterwegs ist kann, soll & muss an die frische Luft!


Die riesigen Blöcke luden auch uns zu einer kleinen Paus ein bevor es dann wieder durch den Wald hinab zum Parkplatz ging.

Auch abseits des großen Stroms kann man immer wieder große Felsblöcke und kleine Felsentürme sehen und erkraxeln, sowie die Einzigartigkeit des Odenwaldes erleben.

Wir waren nicht zum ersten Mal und sicher auch nicht zum letzten Mal hier.

Wie immer bekommt das Felsenmeer im Odenwald von uns 5 von 5 Pfoten!

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