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Auf zum Monte Kali …. nicht ;)

Hallo Wanderfreunde, heute haben wir eine ganz besonders lustige Geschichte für euch. Wir würden mal behaupten, so gut wie jeder Hesse kennt den Monte Kali bei Neuhof (in der Nähe von Fulda). Man kann die riesige Halde bereits kilometerweit entfernt von der Autobahn aus sehen.

Als das Frauchen also mal wieder auf der Suche nach einer schönen Wanderroute war, kam sie auf der Google Map an diesem Berg vorbei. Der Hinweis zum Gipfelkreuz ließ sie neugierig werden und es stellte sich heraus, das dort oben wohl ein Aussichtsplateau war. Bilder von Menschen auf dem Berg, Rezensionen über den grandiosen Ausblick und Frauchens Bergsteigerlust sagten JA, JA, JA!

Kurzer Check via Google Maps – ja es führte tatsächlich ein Weg da hoch. Und damit der Aufstieg nicht zu einem Spaziergang wird, suchte sie im angrenzenden Wald nach einem Wanderparkplatz um eine kleine Waldwanderung mit dem Aufstige des Berges zu verbinden.

Der Parkplatz Thomasruh sollte unser Startpunkt werden. Wir fuhren also am Sonntag nach dem Frühstück los in Richtung Osthessen.

Der Parkplatz ist schön groß (und leer) und eine Karte zeigt zwei Wanderwege auf, die allerdings nur durch Wald und Feld führen. Wir wollten aber zum Berg und überquerten die Straße um in den anderen Teil des Waldes zu gelangen.

Die Wege sind hell und breit und menschenleer. Auf unserer gesamten Tour sind wir gerade mal 3 Menschen begegnet.

Es geht hoch und runter, links und rechts. Wir folgen eine Weile dem Hauptwanderweg 2 durch helle Misch- und dunkle Kiefernwälder. Und dann haben wir ihn schon im Blick – den Monte Kali.

Wir gingen eine Weile um ihn herum. Ein Zaun schützt die Halde, auf der auch am Sonntag gearbiete wird vor unliebsamen Besuchern. Allerdings gibt es alle 100 Meter ein kleines Tor im Zaun. Tor ist eigentlich das falsche Wort. Es ist vielmehr ein kleiner niedriger Durchgang für kleine Wildtiere, geschützt mit einem Vorhang aus Holzpfählen. Frauchen hat kein Bild gemacht (vollkommen unverständlich, wo sie doch sonst auch jeden Kran fotografiert) aber ihr findet ein Video davon in unserem Storyhighlight ‘Hessen’ auf Instagram.

Als Monte Kali, Kaliberg oder Kalimandscharo werden umgangssprachlich mehrere Abraumhalden in Deutschland bezeichnet, die aus Abraum der Kalisalzproduktion bestehen.

Wir kommen zum Werksgelände der K & S und folgen dem Weg auf unserer Karte. Wir kommen dem Werksgelände sehr nahe und auch dem Berg. Von dort unten sieht das schon unbeschreiblich hoch aus. Wir kommen auf offenes Feld und abgesperrte Tore. Den Berg umgibt ein Zaun, das hatten wir im Wald schon bemerkt. Aber das auf unserem Weg, der doch eindeutig in der Google Karte erkennbar war, plötzlich ein Tor – ein zugesperrtes Tor – war, brachte uns zum stutzen.

Wir beschlossen das Picknick, welches für den Gipfel vorgesehen war, vor dem Tor zu halten und suchten ein schönes Plätzchen. Ein paar Minuten später kam ein Vater mit seinen Kindern im Fahrradanhänger den Weg zu uns hochgefahren. Man grüßt sich. Der Mann erklärte seinen Kindern ‘Seht ihr, hier geht es nicht weiter’. Frauchen konnte sich nicht verkneifen den Mann anzusprechen und zu fragen, ob er denn schon gewusst hätte, dass man nicht zum Gipfelkreuz käme. Der Vater antwortete ganz trocken mit einem ‘Klar!’. Als er in unsere schienbar ratlosen Gesichter blickte setzte er nach ‘….da gibt es Gruppenführungen, am besten Sie fragen unter an der Pforte mal, die ist immer besetzt, wann der nächste Termin ist. Ach und einmal im Jahr gibt es oben ein Festival, mit Musik und Bier und Bratwurst. Letztes Jahr war ein Robbie Williams Double da.’

Frauchen grummelte vor sich hin … hätte sie sich mal vorher informiert. Ja oder hätte mal einer der Besucher in seiner Rezension erwähnt, dass es sich um eine besondere Führung gehandelt hatte. Ja … oder hätte Frauchen einfach mal besser recherchiert 🙂

Zugegeben, der Weg nach dort oben sieht auch recht lang und recht beschwerlich aus und so entschieden die Zweibeiner einen schönen Weg durch Feld und Wald zum Auto einzuschlagen.

Da wir schon fast einmal um den Monte Kali drumherum gelaufen waren, kam umdrehen nicht in Frage. So überquerten wir ein kleines Feld und nahmen ein kurzes Stück Landstraße in Kauf um wieder in den Wald zu gelangen.

Hier zog sich unsere kleine Google-Karten-Pechsträhne weiter. Das liebe Internet schlug uns Wege vor, die schon länger keine Wege mehr waren. Um aber nicht noch mehr Kilometer zurückzulegen entschieden wir uns zweimal für eine solche Offroadstrecke. Beim ersten Abschnitt kämpften wir uns durch hüfthohe Farnwälder steil bergauf. Der zweite Abschnitt war weniger bewachsen, dafür umso mehr bewohnt. Wir sahen zwar keine, aber wir sahen Spuren von Wildschweinen und hörten auch einmal welche. Also, Vierbeiner an die Leine und Zweibeiner Füße in die Hände und weiter.

Wir schafften es den Hauptweg wieder und auch unseren Ausgangspunkt zu finden. 14 Kilometer zeigte unsere Wanderapp und unsere Füße waren doch ganz dankbar, dass der Weg zum Gipfelkreuz für uns gesperrt war.

Dieser Sonntagsausflug bekommt von uns aber dennoch 3 von 5 Pfoten, da der Wald dort unglaublich schön war. Also, wir empfehlen heute die zwei vorgeschlagenen Routen ab der Thomasruh (8 und 9km lang).

 

 

Eure zerstreute Wandertruppe 😉

 

 

 

 

 

2 Kommentare

  • Manu

    Ach herrje , ja das mit Google Maps hatte ich auch schonmal …. ich hatte mich etwas verlaufen und Maps hat mich auf einen Weg geführt wo ich nur dachte „ Willkommen im Dschungel „ 😂 hier war aber auch schon länger keiner mehr.

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